Zur Geschichte des Klosters Andechs

20. April 2013

… bis zur Säkularisation 1803 habe ich neulich einen Kurzvortrag gehalten, der auf allgemein verständlichem Niveau bleibt. Nachdem ich nicht weiß, was ich sonst damit tun soll (außer ihn auf meinem Rechner versauern zu lassen) und mir denke, dass der Text zur unkomplizierten Vorbereitung eines Andechs-Besuchs ganz sinnvoll sein kann – jedenfalls dann, wenn man dort nicht bloß Bier trinken gehen möchte, sondern auch ein gewisses (kunst-)historisches Interesse hat -, habe ich ihn hier in der Rubrik “Diverses” online gestellt:

Geschichte der Burg und des Klosters Andechs bis zur Säkularisation 1803


Faun – Von den Elben

25. Januar 2013

Heute ist das jüngste Album der Münchner Pagan Folker Faun erschienen, von deren vorhergehenden Werk Eden ich ja ziemlich begeistert war. Vorneweg: Ich finde Von den Elben überwiegend schön anzuhören, auch wenn es „glatter“ produziert ist als „Eden“, die Songs überwiegend auf die radiotaugliche 3min-Länge zusammengeschnurrt sind und konzeptioneller Anspruch praktisch nicht mehr vorhanden ist.
Mag sein, dass es daran liegt, dass die Band zu dem Major-Label Universal gewechselt ist und dass es das erste Album für dieses Label ist.

Womit wir auch beim Hauptkritikpunkt der meisten Fans sind: Faun – zu glatt, zu eingängig geworden, „williges Opfer“ der Pop-Schlager-Industrie des Kommerz-Riesen Universal, treten jetzt auch in Schlager-Sendungen (Carmen Nebel!) auf. Ob eine Band bei einem kommerziellen Label ist oder bei Wem-auch-immer auftritt, ist mir ziemlich schnurz, aber die Magie von „Eden“ fehlt auf „Von den Elben“ überwiegend (Ausnahme: Andro II). Das ist schade, aber man muss dabei schon berücksichtigen, dass das komplexe, wunderschöne Album „Eden“ die Erwartungen an den Nachfolger auch in ungeahnte Höhen geschraubt hatte.

Auch wenn die Musik auf dem ersten Album beim Major-Label Universal (bei dem auch Apocalyptica sind und das die Rechte an der Musik von ABBA hat) tatsächlich eingängiger klingt – bisher war noch jedes Faun-Album ziemlich anders als das vorhergehende. Auf „Totem“ hatte mir z.B. die streckenweise sehr starke Dominanz der elektronischen Klänge und der im Vergleich mit den „Mädels“ nicht so flexiblen Gesangsstimme von Oli nicht so gut gefallen. Auf „Eden“ war beides dann nicht mehr der Fall und das komplexe, durchdachte Konzept kam hinzu.

Dass „Von den Elben“ rein deutschsprachig ist, ist auch nicht mein Ideal: Ich freue mich immer besonders über fremdsprachige Lieder oder, noch besser, solche in älteren Sprachstufen wie Mittelhochdeutsch (z.B. die Walther von der Vogelweide-Vertonung „Troum unde Spiegelglas“ auf der ersten Faun-CD „Zaubersprüche“) oder Mittelenglisch („Adam lay ybounden“). Allerdings hatten die Faune mit dem „Buch der Balladen“ ja schon mal eine rein deutschsprachige Konzeption, auch wenn das sich außerdem noch durch Verzicht auf die elektronische Untermalung von Niel Mitra und Konzentration auf nicht Selbstgeschriebenes wie das Volkslied „Der wilde Wassermann“ oder eine deutsche Fassung von John Keats’ „Belle Dame sans Merci“ auszeichnete.

Aber nun zur Musik:

faunvondenelben

Tracklist: 1. Mit dem Wind (3:53) | 
2. Diese kalte Nacht (3:04) | 
3. Von den Elben (4:08) | 
4. Tanz mit mir (Duett mit Santiano, 3:02) | 
5. Schrei es in die Winde (4:04) | 
6. Wilde Rose (3:27)
 | 7. Wenn wir uns wiedersehen (3:19) | 
8. Bring mich nach Haus (3:24)
 | 9. Welche Sprache spricht dein Herz (3:27)
 | 10. Andro II (4:59)
 | 11. Minne Duett (mit Subway to Sally, 3:41) | 
12. Thymian & Rosmarin (3:47)
 | 13. Warte auf mich (3:18)

Worüber ich mich tatsächlich aufgeregt habe, war das Lied Tanz mit mir, das mir schon bei den Snippets, die man sich auch schon vorab auf faune.de anhören konnte, viel zu sehr nach lärmender, anspruchsloser Mittelaltermarkt-Musik klang.
Im Booklet war dann zu lesen, dass die Faune das Lied nach eigener Aussage „auf Wunsch unserer Plattenfirma“ aufgenommen haben, was ich an sich schon mal ziemlich unmöglich finde. (Ich zweifle nicht daran, dass das bei irgendwelchen Popstars und -sternchen, die ihre Musik sowieso nicht selber schreiben, gang und gäbe ist. Von Faun hätte ich allerdings nicht erwartet, dass sie sich auf so was einlassen.) Vermutlich hat Universal auch veranlasst, dass die männliche Gesangsstimme hier von Björn Both von Santiano übernommen wurde, einer Band, die mir vorher kein Begriff war. Wenn ich „Tanz mit mir“ höre und dazu auf Wikipedia lese, dass Santiano auf die Idee eines Musikproduzenten hin entstand, verspüre ich aber auch nicht das Bedürfnis, sie kennen zu lernen.
Als ich dieses Lied zum ersten Mal auf der CD gehört habe, musste ich leider feststellen, dass alles noch viel schlimmer war, als ich nach dem Snippet befürchtet hatte: Wein, Weib und Gesang als Thema – na bravo, das ist ja auch überhaupt nicht abgeschmackt! Und vor „Begeisterung“ kommt der Refrain am Schluss gleich viermal. Das Lied ist aus meiner Sicht wohl ein Fall für die Skip-Taste bzw. für das Entfernen des „Synchronisieren“-Häkchens bei iTunes.

Das war der Negativpunkt. Nun zum absoluten Highlight: Schönster „Licht“-blick im wahrsten Sinne des Wortes war Andro II, eine Neuaufnahme des bretonischen Tanzes (= Andro), den Faun auf ihrem zweiten Album „Licht“ aufgenommen haben und dessen Erscheinen sich 2013 zum zehnten Mal jährt. Ich finde, es war eine sehr gute Entscheidung, das Andro noch einmal auf CD zu bannen, weil es sich durch zehnjähriges Spielen auf Konzerten wirklich stark verändert hat. Besonders der mystisch klingende Gesang von Sonja Drakulich, der klanglich etwas an „Gaia“ auf der CD „Totem“ erinnert, verleiht „Andro II“ ein ganz besonderes Flair. Es ist meiner Meinung nach eine wunderbare Symbiose der Stile von „Licht“ und „Eden“. Vielleicht führt der musikalische Weg der Faune eines Tages ja zu einer Symbiose dieser beiden Stile … Ich wäre begeistert!

Auch mit einer freien deutschen Nachdichtung des Minnelieds Von den Elben von Heinrich von Morungen, das in seiner mittelhochdeutschen Fassung auf dem zweiten Faun-Album „Eden“ zu hören war, feiern die Faune das Zehnjährige ihres zweiten Albums. Mir gefallen beide Fassungen sehr, die mittelhochdeutsche die neuhochdeutsche.

Zweites Highlight nach „Andro II“ ist für mich Schrei es in die Winde, musikalisch eine Coverversion des Eluveitie-Songs „Omnos“, textlich eine Eigenkreation über eine als Hexe aus der Dorfgemeinschaft verstoßene Frau. (In „Omnos“ geht es um ein Mädchen, das einem „Wolf“ begegnet, mit dem es – das ist zwischen den Textzeilen zu lesen – aus eigenem Willen schläft, der aber nicht mit ihm leben möchte. Dem Refrain „Vrit- me lindos, dubnon -piseti“ zufolge sieht sie, die Entehrte, daraufhin nur den Ausweg, sich zu ertränken.)
Die Schweizer Folk-Metal-Band Eluveitie, mit der Faun befreundet sind, höre ich sehr gern, und gerade „Omnos“ ist einer meiner Lieblingssongs. Deshalb habe ich mich über dieses deutsche Cover natürlich sehr gefreut. Allein schon, weil es mir bei dem deutschen Text deutlich einfacher fällt, mitzusingen, als bei rekonstruiertem helvetischem Gallisch. :D Aber auch der deutsche Text an sich gefällt mir sehr gut.

Schön finde ich auch das Klagelied Wilde Rose, das auf der gälischen Ballade „Siuil a run“ basiert und in dem eine Frau den Tod ihres Liebsten im Krieg besingt. Er hatte ihr im Frühling eine Rose übergeben, die im Winter welkt. Die Frau macht sich daraufhin Sorgen, weil er ihr gesagt hatte, die Rose werde blühen, solange er siegreich ist. Tatsächlich erhält sie bald darauf einen Brief, der ihr den Tod des Liebsten mitteilt. (Man muss hier vielleicht klarstellen, dass Faun alte Formen und Lieder aufgreifen, sich aber dezidiert nicht als „Mittelalter“-Band verstehen.) Ich habe eine Schwäche für Klagelieder … so schön traurig und melancholisch!

Einen Texttyp, den ich sehr mag, greift auch Thymian & Rosmarin auf: das Märchenmotiv vom jungen Mann, der vor unüberwindliche Aufgaben gestellt wird. Nur, wenn er sie überwindet, erhält er seine Liebste. Zu Recht weisen die Faune im Booklet darauf hin, dass das Motiv auch in „Scarborough Fair“ auftritt, das u.a. Leaves’ Eyes auf ihrem Album „Njord“ vertont haben. Hübsch!

Mit dem Wind, das erste Lied, ist für meinen Geschmack zu dudelsacklastig, aber der „Break“ bei „Einmal folg ich ihrem Flug…“ ist sehr gelungen.

Diese kalte Nacht ist ein klassisches Spielmannslied, schön lyrisch. Es gibt dazu auch ein Video.

Hübsch, aber gerade auch textlich leider etwas belanglos finde ich Wenn wir uns wiedersehen, Bring mich nach Haus, Welche Sprache spricht dein Herz und Warte auf mich.

Als Besonderheit erwähnenswert ist noch das Minne Duett, das die Faune gemeinsam mit Subway to Sally aufgenommen haben. (Subway selbst finde ich ganz in Ordnung – gut gemachte Musik, aber Mittelalter-Rock ist einfach nicht so sehr mein Geschmack wie „leiserer“ Mittelalter-Folk. Dafür höre ich „Eric Fish & Friends“ sehr gerne, das Soloprojekt von Erik-Uwe Hecht a.k.a. Eric Fish. Ganz besonders wegen des Cellos. – Apropos: Vor einer Woche wurde das neue Eric Fish-Album „Kaskade“ für den 28. März angekündigt. Ich freu’ mich!) „Minne Duett“ ist sozusagen die „Fortsetzung“ des Subway-Klassikers „Minne“, das z.B. auch auf dem Subway-Best of „Die Rose im Wasser“ zu hören ist, das ich besitze. Eine schöne Idee, das Lied auf diese Weise fortzusetzen.

Fazit: Ein insgesamt eher durchschnittliches Album mit einem Ausreißer nach unten („Tanz mit mir“) und zwei für mich persönlich ganz besonderen Stücken („Andro II“ und „Schrei es in die Winde“). Schlecht ist es definitiv nicht und spielt – da „handmade“ und mit Herzblut gespielt – natürlich in einer völlig anderen Liga als der „übliche“ Pop/ Schlager, aber ein würdiger Nachfolger für „Eden“ ist es leider auch nicht. Da heißt es abwarten, wohin die Faune ihre musikalische Reise als nächstes führen wird.


Neues Jahr, neuer Terminkalender

5. Januar 2013

Da wohl die meisten Menschen im neuen Jahr auch mit einem neuen Terminkalender beginnen, möchte ich heute einmal meine Terminplaner und Notizbücher vorstellen.

bpb-Timer, Favole Agenda, Premium Timer Eule, Clairefontaine-Notizbuch

bpb-Timer, Favole Agenda, Premium Timer Eule, Clairefontaine-Notizbuch

bpb-Timer 2012/13

Neues Jahr, neuer Terminkalender: Das ist bei mir nicht unbedingt der Fall. Mein Hardcover-Timer von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) umfasst ein Schuljahr und ist deshalb eigentlich besser für meine Zwecke geeignet, da er die Semesteraufteilung an der Uni eher widerspiegelt als ein Jahreskalender. Ich nutze ihn vor allem dafür, tagesbezogene Termine aufzuschreiben, um Vorträge und Deadlines nicht zu vergessen. Also so etwas wie “17.30 (Ort) Referent: Vortragstitel” oder “Abgabetermin Essay XY”.
An diesem Kalender mag ich besonders, dass er für jeden Tag soziopolitisch relevante Informationen liefert, meist mit einem Internetlink. Das Timer-Thema ist dieses Schuljahr “Konsum”, die Sprache der heutigen Woche – passend zur Neujahrsansprache des kleinen Diktators – Koreanisch. Zu jedem Samstag erhält man außerdem einen Lexikontext zum Thema “Wirtschaft” (diesmal: Immissionen).
Wer sich einmal einen Eindruck über den Aufbau des bpb-Timers verschaffen möchte, findet hier eine digitale Version.
Ich habe meinen bpb-Timer 2012/13 übrigens von der verantwortlichen Redaktion geschenkt bekommen. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank dafür! :)

Korsch Premium Timer Big “Eule” 2013

Mein Vater hat sich vor ein paar Wochen den gleichen Kalender mit dem Motiv “Ballon” von Wendy Paula Patterson gekauft und ich war hin und weg, als ich das Innenleben sah: Die Woche auf der linken Seite, auf der rechten ganz viel Platz für die To-Do-Liste der Woche: Referate, Hausaufgaben usw. Da ich dieselbe Lehrveranstaltung ja nur einmal in der Woche habe und unter der Woche insgesamt nur sporadisch dazu komme, meine Liste abzuarbeiten, ist der Premium Timer für mich also die perfekte Ergänzung zum bpb-timer. Ersetzen kann er ihn aber nicht – die linke Spalte bietet für meine Termine leider zu wenig Platz, und die vielen Infos des bpb-Timers würde ich auch vermissen. Dafür finde ich die Zeichnung der Eule auf dem Korsch-Buchcover sehr hübsch.
Hier der Link zur Homepage von W. P. Patterson mit dem Blog-Eintrag über die Timer: http://www.mulberry-muse.com/?p=42

Von oben nach unten: bpb-Timer, Favole Agenda, Premium Timer Eule, Clairefontaine-Notizbuch

Von oben nach unten: bpb-Timer, Favole Agenda, Premium Timer Eule, Clairefontaine-Notizbuch

Favole Agenda 2013

Diesen Jahreskalender habe ich von meiner Brieffreundin Yve zu Weihnachten bekommen – vielen lieben Dank! :) Er enthält Bilder der spanischen Illustratorin Victoria Francés, die auch das Artwork der selbstbetitelten CD der französischen Neoklassik-Band Dark Sanctuary (http://www.dark-sanctuary.com) gestaltet hat. Für Schauerromantik hatte ich schon immer eine Schwäche…
Im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Kalendern nutze ich ihn nicht als Tageskalender. Er ist so aufwändig gestaltet, also eigentlich viel zu schade für Termine oder To-Dos… Nein, darin möchte ich in diesem Jahr ein paar Notizen über meinen vergangenen Tag festhalten. Kein “Tagebuch” im eigentlichen Sinne also, aber eine kurze Erinnerung.

Clairefontaine Kladde A5 dunkelblau, liniert mit Fadenbindung

Dieses Buch beschreibe ich von hinten und von vorne: Auf der einen Seite ist es ein “ganz normales” Notizbuch z.B. für Referatbesprechungen, auf der anderen ein Kurrentschrift-Tagebuch. Anfang dieses Semesters habe ich es angefangen, um mich in der deutschen Kurrente zu üben (vgl. http://www.kurrentschrift.net). Ungefähr lesen (abhängig von der Handschrift des Schreibers) kann ich diese Schrift seit meinem ersten Paläographiekurs; die meisten Historiker können es (durch mehr Übung deutlich besser als ich). Ich finde, die Schrift sieht schön aus, und wollte deshalb lernen, sie zu schreiben. Das ist mir recht schnell gelungen, auch wenn ich mich im Eifer des Gefechts regelmäßig bei M und W bzw. bei P und R verschreibe. Ab und zu schreibe ich darin z.B. Erlebnisse aus meinem Uni-Alltag hinein.

Natürlich könnte man das alles auch anders organisieren. Mit weniger Büchern. Aber das wär’ ja langweilig…


Auf ein Neues!

1. Januar 2013

Ich wünsche euch allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2013!

Für mich dieses Jahr ein Muss, während ich mir das Silvesterfeuerwerk angesehen habe (selbst geknallt wird nicht, ich ziehe den Fenster-Logenplatz vor):

I ♥ Handel! Egal, ob man Händel jetzt als Engländer betrachtet (aus Sicht der Engländer) oder als Deutschen (aus Sicht der Deutschen). ;) Die von Jordi Savall dirigierte Fassung mit Barockinstrumenten gefällt mir besonders.

In den letzten Monaten habe ich wenig von mir hören lassen. Ich hatte ziemlich viel zu tun, da ich jetzt ein Doppelstudium mache und auch in meiner sonstigen Arbeit ziemlich eingebunden war.

Vorsatz fürs neue Jahr: Wieder mehr bloggen. :)


Gedicht: St Bartholomew’s Night

29. August 2012

Entgegen meiner Pläne zwei Posts vorher lese ich im Moment nicht “The Pillars of the Earth”, sondern habe mich für „Die Jugend des Königs Henri Quatre“ von Heinrich Mann entschieden. Weil ich gerade Hausarbeiten für die Uni schreibe, komme ich meistens nur vor dem Schlafengehen ein wenig zum Lesen. Gestern waren es die Kapitel über die Bartholomäusnacht (23./ 24. August 1572). Heute Morgen wachte ich dann auf und hatte dieses Gedicht im Kopf:

St Bartholomew’s Night

Wild men slaying,
Wearing white brassards,
Howling, shouting:
“Huguenots must die!”
Brave men lying
Dying in the streets.
Desperate crying:
“Oh, King Henry, help!
Can you hear us,
Can you hear our cries?
Your men are dying
On St Bartholomew’s Night!”

King Henry standing,
Staring in the dark:
The sky has reddened
On St Bartholomew’s Night.

François Dubois: Le massacre de la Saint-Barthélemy

François Dubois: Le massacre de la Saint-Barthélemy (ca. 1572-84)

Schnellschuss, ich weiß. Deshalb auch die Sofortveröffentlichung. Auch, weil es nur ein paar Tage nach dem 440. Jahrestag sind.

Why in English?
Hum. Maybe because there’s a present progressive in English and, what is more, the present progressive and the gerund appear in the same form? Because there are more monosyllabic words in English than there are in German? Well, maybe. The idea was in English, that’s all I know for sure.


L.E.A.F. – Leaf

20. August 2012

Heute hielt ich die Debut-CD der niederländischen Pagan Folk-Band L.E.A.F. (Lark, Elk and Fable) in meinen Händen. Die Band besteht aus Kaat Geevers, der langjährigen Partnerin von Oliver Pade (Faun), sowie Chlor Bakker, Thomas Biesmeijer und Maryn Sies. Auf der CD sind außerdem die ehemaligen Mitglieder Fieke van den Hurk und Sophie Zaaijer zu hören. Kaat kannte ich schon von der CD “Folk Noir – Songs From Home Nr. 1″, die sie zusammen mit Oliver aufgenommen hatte; da war die Entscheidung zum Kauf von L.E.A.F. unschwer getroffen.

Das Album Leaf ist im Juli 2012 erschienen und umfasst die sechs Titel “Under Nymånen”, “Fjarilar”, “Wind and Tree”, “Frühlingstanz”, “Bundet” und “Winter”. Außerdem enthält es ein Booklet mit Texten, persönlichen Informationen der Band zu den einzelnen Stücken und Artwork von Fieke. Ihr Designstudio Orchus hatte auch schon für das wunderschöne Artwork zur Faun-CD “Eden” verantwortlich gezeichnet.

Die Mini-CD “Leaf” dauert zwar nur knapp 30 Minuten, kann mich aber trotz dieser Kürze vollkommen überzeugen. Für mich ist es das Pagan Folk-Album des Sommers, genau wie es “Eden” von Faun im letzten Jahr war. Tatsächlich erinnert es mich klanglich streckenweise an den Stil der Faune – was in Anbetracht dessen, wie gut sich Kaat und Oliver kennen, auch nicht verwunderlich ist. Außerdem geht der Einfluss mit Sicherheit nicht einseitig von Oliver aus, sondern ist wechselseitig. Was mich betrifft, kann es sowieso nie genug melodischen Pagan Folk mit vielen nicht-verstärkten Instrumenten und einer Mischung traditioneller und eigener Kompositionen und Texte geben. Und, noch einmal: Die Musik von L.E.A.F. ist einfach wunderschön.

Leaf

Das erste Lied, Under Nymånen, basiert auf dem Gedicht “Flickan under nymånen” des schwedischen Schriftstellers und Literaturkritikers Bo Bergman (1869-1967), das Kaat leicht umarrangiert hat. Es handelt von einem Mädchen, das den Mond anruft, damit sie (kein Fehler, der Mond ist hier weiblich) einen Sturm heraufbeschwört, um den Liebsten des Mädchens zurückzubringen. Der Text und eine Übersetzung finden sich auf der Homepage von Leaf. Der Song wird vor allem vom Kaats schöner Stimme getragen und hat auch eine sehr schöne Geigenpassage.

Darauf folgt Fjarilar, das ebenfalls auf einem Text von Bo Bergman basiert. Hier handelt der relativ kurze, nur am Anfang des Liedes zu hörende Text vom Gegensatz zwischen (noch) unberührter Natur und Umweltverschmutzung durch rauchende Fabrikschlote. Neben der rhythmischen Melodie sind im Hintergrund auch immer wieder Naturgeräusche zu hören.

Wind and Tree beschreibt den Gegensatz zwischen männlicher und weiblicher Kraft. Die weibliche Kraft wird hier vom erdverwurzelten Baum repräsentiert, die männliche durch den Wind, der zwar die Blätter und Zweige des Baums bewegen kann, aber immer weiter fort muss. (N.B. Ich finde diese Metaphern ja sehr poetisch, aber eben auch verdammt konservativ-traditionell. Nicht, dass ich das L.E.A.F. in irgendeiner Weise vorwerfen würde, aber ich bin bei solchen Texten immer etwas zerrissen zwischen der Bewunderung für das schöne Bild und dem rationalen Hinterfragen desselben.) Die Melodie ist rhythmisch-flott, der Gesang wunderschön und der englische Text poetisch. Dem Booklet zufolge geht er wieder auf Bo Bergman zurück.

Das Instrumentalstück Frühlingstanz wirkt leicht, fröhlich und (spät-) frühlingshaft.

Laut dem Booklet ist Bundet der bisher experimentellste Song von L.E.A.F., der auf das Lied “Trøllabundin” der färöischen Sängerin und Komponistin Eivør Pálsdóttir (* 1983) zurückgeht. Der Titel bedeutet so viel wie “Verzaubert” (… und dies ist wieder mal ein Fall, in dem die deutsche Sprache in Bezug auf die Übersetzung nordischer Sprachen unzulänglicher ist als die englische, die mit “spellbound” zumindest ein Fast-Äquivalent zu verzeichnen hat). Für ihr Album haben L.E.A.F. Maria Franz, die norwegische Sängerin der Band Euzen, gebeten, “Trøllabundin” in einen alten norwegischen Dialekt zu übersetzen.
Die Vocals für “Bundet” wurden mit einem Halleffekt unterlegt, wodurch sie fast zu schweben scheinen. Außerdem finde ich, dass es durch Hall bei ruhigerer Musik häufig so wirkt, als habe man nicht im Tonstudio, sondern einer Kirche oder einem anderen hohen Raum aufgenommen. Was im Gegensatz zum Original besonders auffällt, ist die deutlich stärkere Instrumentierung, die der Adaption eine völlig andere Struktur verleiht als dem Original. Auf jeden Fall sind beide Versionen sehr, sehr schön.

Seinen würdigen Abschluss findet das Album mit dem Instrumentalstück Winter, zu dessen melancholischer Melodie Kaat dem Booklet zufolge während des rauen Winters im Jahr 2007 inspiriert wurde, als sie allein auf ihrer Nyckelharpa spielte. Nach den eher frühlingshaft-sommerlichen übrigen Stücken endet “Leaf” damit in der düsteren und kalten Jahreszeit.

Und wer danach nicht den Replay-Button drückt, ist selbst schuld. ;)

Eine schöne Rezension gibt es auf der Webseite des UnArt-Magazins.
Erhältlich ist das Album wohl am einfachsten im Miroque-Onlineshop.


Ungelesene Bücher

12. August 2012

Nach langer Abwesenheit melde ich mich mal wieder auf meinem Blog. Der Grund für die lange “Funkstille” war ein sehr arbeits- und ereignisreiches Sommersemester. Nachdem ich die Anzahl meiner Leistungspunkte durchgezählt hatte, war mir auch völlig klar, wieso ich aus der Arbeit kaum mehr herauskam: Ca. 30 LP sind “Standard”, etwa 40 sind gut machbar, und ich zählte rund 50. 28 davon bekomme ich allerdings nur, wenn ich in den Semesterferien noch zwei Hauptseminararbeiten und zwei Essays schreibe – meine Aufgabe während der nächsten Wochen.

Arbeitsbedingt habe ich die “Shakespeare-Challenge” nicht weiter verfolgt. Es gab dazu zwar keine Posts mehr auf Karlas Buchkolumne (bzw. der letzte Eintrag überhaupt ist vom 24. April), aber wie im Februar geschrieben, hätte ich mir ja auch einfach selbst Texte aussuchen können. Habe ich dann aber nicht gemacht – zumal es noch genug andere Bücher gibt, die ich zur Zeit sehr gerne lesen möchte. Außerdem möchte ich mein “Baudelaire-Projekt” wieder aufnehmen, das ich im April unterbrochen habe – nach “Danse Macabre”, Gedicht 97 aus den “Fleurs du Mal”. Jeden Tag ein französisches Gedicht – ist doch eigentlich nicht so schwer, sollte man meinen. Hm. Anscheinend doch. Neujahrsvorsatz nicht eingehalten. Aber das Buch möchte ich trotzdem ganz lesen!

Apropos “andere Bücher, die ich zur Zeit sehr gerne lesen möchte”: da gibt es einen ganzen Stapel. Also, einen imaginären Stapel, de facto stehen die Bücher natürlich alle schön ordentlich im Regal. (Ich habe von meinem Stapel ungelesener Bücher zwar bisher nie abgekürzt als “SUB” gedacht – das ist nämlich die offizielle Abkürzung der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen -, aber ich weiß, dass manche ihn so abkürzen.) Da gibt es die verschiedensten Sachen: Natürlich die kleine Auswahl, die ihr in der rechten Spalte auf diesem Blog findet und in der die Mann-Familie etwas (“etwas”?) überrepräsentiert ist. Sie besteht vor allem aus anspruchsvollen Wälzern, für die mir bisher die Zeit gefehlt hat – zumal ja immer wieder etwas Neues hinzukommt, das ich dann meistens zuerst lese. Warum ich Marlowes “Mephisto” bisher nicht gelesen habe, liegt dagegen eher daran, dass ich Marlowe zu sehr verehre und mich im Anschluss an das Lesen auch gleich auf Rezeption und Sekundärliteratur stürzen können möchte. (Don’t get me wrong – wenn ich jetzt keine Hausarbeiten schreiben und mir im Anschluss ein Thema für meine Masterarbeit überlegen müsste, würde ich meine gesamten Semesterferien mit Lesen verbringen und natürlich auch die Liste rechts abarbeiten. Habe ich in meiner Schulzeit schließlich auch getan.) Außerdem mehr von Pascal Mercier a.k.a. Peter Bieri – “Nachtzug nach Lissabon” war wunderschön – und natürlich das hochgelobte “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” von Jonas Jonasson (neulich auch im Regal eines meiner Geschichtsdozenten gesehen – logisch, hat ja auch viel mit Geschichte zu tun, das Buch). Außerdem möchte ich gerne “Die Brücke von Alcàntara” von Frank Baer lesen, einen historischer Roman, der im maurischen Spanien spielt. Schließlich – last but not least – den (Urban) Fantasy-Jugendroman ”The Mortal Instruments 5: City of Lost Souls” von Cassandra Clare und die beiden letzten “Wicked Lovely”-Bände von Melissa Marr, “Radiant Shadows” (dt. “Zwischen Schatten und Licht”) und “Darkest Mercy” (dt. “Aus dunkler Gnade”).

Die Aufzählung ist natürlich nicht vollständig, aber ich möchte es mal dabei bewenden lassen. Nur so viel noch: Für diese Semesterferien habe ich auf Position eins meiner (imaginären) Leseliste den aktuellen “Kluftinger”-Allgäukrimi, “Schutzpatron”, von Volker Klüpfel und Michael Kobr, als zweites Buch “World Without End” (dt. “Die Tore der Welt”) von Ken Follett und als drittes die Penguin Classics-Edition der nordischen “Vinland Sagas” über die Reise der Wikinger nach Neufundland. Die beiden ersteren stehen schon ewig (= seit sie erschienen sind, 2011 bzw. 2007 ;) ) auf meiner Liste. Das dritte ist hinzugekommen, nachdem ich wieder einmal das Album “Vinland Saga” von Leaves’ Eyes gehört habe.

So viel also erst mal wieder von mir.


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