Zu Guttenbergs Rücktritt

Heute hat Karl-Theodor zu Guttenberg endlich die Konsequenzen daraus gezogen, dass die Plagiate in seiner Dissertation aufgeflogen sind, und ist vom Amt des Verteidigungsministers zurückgetreten. Hier ein Artikel der ZEIT zum Thema (inklusive eines Videos von seiner Rücktrittserklärung):

http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/guttenberg-ruecktritt-doktorarbeit

Übrigens eine argumentativ sehr gute und stichhaltige Begründung, dass die Fokussierung der Medien und der Öffentlichkeit auf ihn und seine Doktorarbeit die Aufmerksamkeit von eigentlich viel bedeutenderen Vorgängen wie den Revolutionsbewegungen in Nordarfrika, der Bundeswehrreform oder im Dienst verstorbenen Soldaten ablenken.

Noch einige Anmerkungen, damit ihr meine Position in dieser Angelegenheit vielleicht besser einordnen könnt:

Guttenberg hat etwas sehr Richtiges getan, als er damals (endlich) anfing, die Terminologie „Krieg“ in Bezug auf den Afghanistan-Einsatz zu verwenden. Ich habe auch nicht vergessen, dass er bei der „Opel-Rettung“ als neuer Wirtschaftsminister der einzige in der Bundesregierung war, der sich wirklich kritisch geäußert hat (siehe meinen Blog-Beitrag dazu). Außerdem war es mir sehr sympathisch, wie er beim Nockherberg 2009 über sich selbst lachen konnte (auch hierzu habe ich einen Blog-Beitrag geschrieben). Deshalb war meine eigene Meinung ihm gegenüber bisher auch verhalten positiv, obwohl ich a) nicht gerade CSU-Sympathisantin bin und b) im Allgemeinen auch nicht gerade Sympathisantin von „Adeligen“ bin.

Das hat sich dann schlagartig geändert, als ich von der zusammenkopierten Doktorarbeit erfahren habe. Sich durch diese Form von „wissenschaftlichem“ Arbeiten einen akademischen Grad zu „erschleichen“ – so etwas geht einfach nicht. Guttenbergs „Salamitaktik“ im Umgang mit dem Thema – und übrigens auch die Beiträge, mit denen ihn Parteifreunde vor dem Sturz über diese Angelegenheit bewahren wollten – haben dem Wissenschaftsstandort Deutschland geschadet. Deshalb war es ein guter und richtiger Schritt, dass Karl-Theodor zu Guttenberg nun zurückgetreten ist.

2 Antworten zu Zu Guttenbergs Rücktritt

  1. theomix sagt:

    der Nockherberg 2009 ging an ir vorbei. ich konnte sachlich mit seiner Politik umgehen, bis die plagiatsache kam. Es blieb ein bisschen im hintergrund, dass es natürlich auch politische interessen waren, die bei der diss gebohrt haben. Aber es ist gutes recht,das so zu tun.
    Ab da war er bei mir „unten durch“. Das war mehr als mal einen lutscher im laden klauen…

    • Jary sagt:

      Dass du den Nockherberg nicht gesehen hast, sei dir verziehen.😉 Er kam ja nur im BR und ist halt doch eher eine „bayerische“ Angelegenheit (auch wenn er normalerweise wirklich gutes, sehenswertes Kabarett ist).

      Natürlich waren da auch politische Interessen im Spiel – so kurz vor der Wahl in Baden-Württemberg. Andererseits: Hätte er sich keinen akademischen Grad erschlichen, hätte es auch nichts aufzudecken gegeben…

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