Leaves‘ Eyes: Top 10 der Fans

8. Juni 2014

Zum zehnjährigen Banjubiläum veranstalten Leaves‘ Eyes am 18.10.2014 auf dem Metal Female Voices Festival in Wieze eine Jubiläumsshow, „Hymns of a Decade“. Dafür konnten die Fans der Band an einer Abstimmung über ihre Lieblingssongs teilnehmen. Nun hat die Band die Ergebnisse veröffentlicht:

1. Symphony of the Night
2. Hell to the Heavens
3. Elegy
4. Norwegian Lovesong
5. My Destiny
6. Into your Light
7. Farewell Proud Men
8. Meredead
9. Frøya’s Theme
10. To France

Dass mit „Symphonies of the Night“ und „Hell to the Heavens“ zwei Songs aus dem aktuellsten Album „Symphonies of the Night“ ganz an die Spitze gekommen sind, finde ich bemerkenswert; schade allerdings, dass es das m.E. schönste Lied des Albums, „Ophelia“, nicht in die Top 10 geschafft hat. Elegy“ als der Leaves‘ Eyes-Hit schlechthin auf Platz 3 ist ja nun keine Überraschung; die gute Platzierung von „Norwegian Lovesong“ vom ersten Album „Lovelorn“ auf Platz 4 geschafft hat, überrascht mich dagegen schon einigermaßen (obwohl ich selbst auch dafür gestimmt habe) und freut mich sehr. 🙂 Es ist aber auch ein tolles Lied, mit einem schönen Refrain: „Behind the bluebells sits a girl with blond braids/ A blue-eyed angel with strawberry cheeks/ The spell has bound me, I was living a dream/ Norwegian homeland, my heart belongs to you…“

Was ich etwas schade finde, ist, dass hauptsächlich die „üblichen Verdächtigen“ gewählt wurden, also Songs, die sich auch in der aktuellen Setlist der Band bei Liveauftritten befinden. Schön wären ein oder zwei unvermutete Ausreißer gewesen. 😉 Für mich ist etwas überraschend, dass „Take the Devil in Me“ und „Emerald Island“ nicht dabei sind, zwei meiner Favoriten vom Album „Njord“. Schade auch, dass nur die Alben berücksichtigt wurden und nicht auch die Singles; so ist mein Lieblingssong „Legend Land“ schon deshalb nicht dabei, weil er nicht zur Auswahl stand.


Faun – Von den Elben

25. Januar 2013

Heute ist das jüngste Album der Münchner Pagan Folker Faun erschienen, von deren vorhergehenden Werk Eden ich ja ziemlich begeistert war. Vorneweg: Ich finde Von den Elben überwiegend schön anzuhören, auch wenn es „glatter“ produziert ist als „Eden“, die Songs überwiegend auf die radiotaugliche 3min-Länge zusammengeschnurrt sind und konzeptioneller Anspruch praktisch nicht mehr vorhanden ist.
Mag sein, dass es daran liegt, dass die Band zu dem Major-Label Universal gewechselt ist und dass es das erste Album für dieses Label ist.

Womit wir auch beim Hauptkritikpunkt der meisten Fans sind: Faun – zu glatt, zu eingängig geworden, „williges Opfer“ der Pop-Schlager-Industrie des Kommerz-Riesen Universal, treten jetzt auch in Schlager-Sendungen (Carmen Nebel!) auf. Ob eine Band bei einem kommerziellen Label ist oder bei Wem-auch-immer auftritt, ist mir ziemlich schnurz, aber die Magie von „Eden“ fehlt auf „Von den Elben“ überwiegend (Ausnahme: Andro II). Das ist schade, aber man muss dabei schon berücksichtigen, dass das komplexe, wunderschöne Album „Eden“ die Erwartungen an den Nachfolger auch in ungeahnte Höhen geschraubt hatte.

Auch wenn die Musik auf dem ersten Album beim Major-Label Universal (bei dem auch Apocalyptica sind und das die Rechte an der Musik von ABBA hat) tatsächlich eingängiger klingt – bisher war noch jedes Faun-Album ziemlich anders als das vorhergehende. Auf „Totem“ hatte mir z.B. die streckenweise sehr starke Dominanz der elektronischen Klänge und der im Vergleich mit den „Mädels“ nicht so flexiblen Gesangsstimme von Oli nicht so gut gefallen. Auf „Eden“ war beides dann nicht mehr der Fall und das komplexe, durchdachte Konzept kam hinzu.

Dass „Von den Elben“ rein deutschsprachig ist, ist auch nicht mein Ideal: Ich freue mich immer besonders über fremdsprachige Lieder oder, noch besser, solche in älteren Sprachstufen wie Mittelhochdeutsch (z.B. die Walther von der Vogelweide-Vertonung „Troum unde Spiegelglas“ auf der ersten Faun-CD „Zaubersprüche“) oder Mittelenglisch („Adam lay ybounden“). Allerdings hatten die Faune mit dem „Buch der Balladen“ ja schon mal eine rein deutschsprachige Konzeption, auch wenn das sich außerdem noch durch Verzicht auf die elektronische Untermalung von Niel Mitra und Konzentration auf nicht Selbstgeschriebenes wie das Volkslied „Der wilde Wassermann“ oder eine deutsche Fassung von John Keats’ „Belle Dame sans Merci“ auszeichnete.

Aber nun zur Musik:

faunvondenelben

Tracklist: 1. Mit dem Wind (3:53) | 
2. Diese kalte Nacht (3:04) | 
3. Von den Elben (4:08) | 
4. Tanz mit mir (Duett mit Santiano, 3:02) | 
5. Schrei es in die Winde (4:04) | 
6. Wilde Rose (3:27)
 | 7. Wenn wir uns wiedersehen (3:19) | 
8. Bring mich nach Haus (3:24)
 | 9. Welche Sprache spricht dein Herz (3:27)
 | 10. Andro II (4:59)
 | 11. Minne Duett (mit Subway to Sally, 3:41) | 
12. Thymian & Rosmarin (3:47)
 | 13. Warte auf mich (3:18)

Worüber ich mich tatsächlich aufgeregt habe, war das Lied Tanz mit mir, das mir schon bei den Snippets, die man sich auch schon vorab auf faune.de anhören konnte, viel zu sehr nach lärmender, anspruchsloser Mittelaltermarkt-Musik klang.
Im Booklet war dann zu lesen, dass die Faune das Lied nach eigener Aussage „auf Wunsch unserer Plattenfirma“ aufgenommen haben, was ich an sich schon mal ziemlich unmöglich finde. (Ich zweifle nicht daran, dass das bei irgendwelchen Popstars und -sternchen, die ihre Musik sowieso nicht selber schreiben, gang und gäbe ist. Von Faun hätte ich allerdings nicht erwartet, dass sie sich auf so was einlassen.) Vermutlich hat Universal auch veranlasst, dass die männliche Gesangsstimme hier von Björn Both von Santiano übernommen wurde, einer Band, die mir vorher kein Begriff war. Wenn ich „Tanz mit mir“ höre und dazu auf Wikipedia lese, dass Santiano auf die Idee eines Musikproduzenten hin entstand, verspüre ich aber auch nicht das Bedürfnis, sie kennen zu lernen.
Als ich dieses Lied zum ersten Mal auf der CD gehört habe, musste ich leider feststellen, dass alles noch viel schlimmer war, als ich nach dem Snippet befürchtet hatte: Wein, Weib und Gesang als Thema – na bravo, das ist ja auch überhaupt nicht abgeschmackt! Und vor „Begeisterung“ kommt der Refrain am Schluss gleich viermal. Das Lied ist aus meiner Sicht wohl ein Fall für die Skip-Taste bzw. für das Entfernen des „Synchronisieren“-Häkchens bei iTunes.

Das war der Negativpunkt. Nun zum absoluten Highlight: Schönster „Licht“-blick im wahrsten Sinne des Wortes war Andro II, eine Neuaufnahme des bretonischen Tanzes (= Andro), den Faun auf ihrem zweiten Album „Licht“ aufgenommen haben und dessen Erscheinen sich 2013 zum zehnten Mal jährt. Ich finde, es war eine sehr gute Entscheidung, das Andro noch einmal auf CD zu bannen, weil es sich durch zehnjähriges Spielen auf Konzerten wirklich stark verändert hat. Besonders der mystisch klingende Gesang von Sonja Drakulich, der klanglich etwas an „Gaia“ auf der CD „Totem“ erinnert, verleiht „Andro II“ ein ganz besonderes Flair. Es ist meiner Meinung nach eine wunderbare Symbiose der Stile von „Licht“ und „Eden“. Vielleicht führt der musikalische Weg der Faune eines Tages ja zu einer Symbiose dieser beiden Stile … Ich wäre begeistert!

Auch mit einer freien deutschen Nachdichtung des Minnelieds Von den Elben von Heinrich von Morungen, das in seiner mittelhochdeutschen Fassung auf dem zweiten Faun-Album „Eden“ zu hören war, feiern die Faune das Zehnjährige ihres zweiten Albums. Mir gefallen beide Fassungen sehr, die mittelhochdeutsche die neuhochdeutsche.

Zweites Highlight nach „Andro II“ ist für mich Schrei es in die Winde, musikalisch eine Coverversion des Eluveitie-Songs „Omnos“, textlich eine Eigenkreation über eine als Hexe aus der Dorfgemeinschaft verstoßene Frau. (In „Omnos“ geht es um ein Mädchen, das einem „Wolf“ begegnet, mit dem es – das ist zwischen den Textzeilen zu lesen – aus eigenem Willen schläft, der aber nicht mit ihm leben möchte. Dem Refrain „Vrit- me lindos, dubnon -piseti“ zufolge sieht sie, die Entehrte, daraufhin nur den Ausweg, sich zu ertränken.)
Die Schweizer Folk-Metal-Band Eluveitie, mit der Faun befreundet sind, höre ich sehr gern, und gerade „Omnos“ ist einer meiner Lieblingssongs. Deshalb habe ich mich über dieses deutsche Cover natürlich sehr gefreut. Allein schon, weil es mir bei dem deutschen Text deutlich einfacher fällt, mitzusingen, als bei rekonstruiertem helvetischem Gallisch. 😀 Aber auch der deutsche Text an sich gefällt mir sehr gut.

Schön finde ich auch das Klagelied Wilde Rose, das auf der gälischen Ballade „Siuil a run“ basiert und in dem eine Frau den Tod ihres Liebsten im Krieg besingt. Er hatte ihr im Frühling eine Rose übergeben, die im Winter welkt. Die Frau macht sich daraufhin Sorgen, weil er ihr gesagt hatte, die Rose werde blühen, solange er siegreich ist. Tatsächlich erhält sie bald darauf einen Brief, der ihr den Tod des Liebsten mitteilt. (Man muss hier vielleicht klarstellen, dass Faun alte Formen und Lieder aufgreifen, sich aber dezidiert nicht als „Mittelalter“-Band verstehen.) Ich habe eine Schwäche für Klagelieder … so schön traurig und melancholisch!

Einen Texttyp, den ich sehr mag, greift auch Thymian & Rosmarin auf: das Märchenmotiv vom jungen Mann, der vor unüberwindliche Aufgaben gestellt wird. Nur, wenn er sie überwindet, erhält er seine Liebste. Zu Recht weisen die Faune im Booklet darauf hin, dass das Motiv auch in „Scarborough Fair“ auftritt, das u.a. Leaves’ Eyes auf ihrem Album „Njord“ vertont haben. Hübsch!

Mit dem Wind, das erste Lied, ist für meinen Geschmack zu dudelsacklastig, aber der „Break“ bei „Einmal folg ich ihrem Flug…“ ist sehr gelungen.

Diese kalte Nacht ist ein klassisches Spielmannslied, schön lyrisch. Es gibt dazu auch ein Video.

Hübsch, aber gerade auch textlich leider etwas belanglos finde ich Wenn wir uns wiedersehen, Bring mich nach Haus, Welche Sprache spricht dein Herz und Warte auf mich.

Als Besonderheit erwähnenswert ist noch das Minne Duett, das die Faune gemeinsam mit Subway to Sally aufgenommen haben. (Subway selbst finde ich ganz in Ordnung – gut gemachte Musik, aber Mittelalter-Rock ist einfach nicht so sehr mein Geschmack wie „leiserer“ Mittelalter-Folk. Dafür höre ich „Eric Fish & Friends“ sehr gerne, das Soloprojekt von Erik-Uwe Hecht a.k.a. Eric Fish. Ganz besonders wegen des Cellos. – Apropos: Vor einer Woche wurde das neue Eric Fish-Album „Kaskade“ für den 28. März angekündigt. Ich freu’ mich!) „Minne Duett“ ist sozusagen die „Fortsetzung“ des Subway-Klassikers „Minne“, das z.B. auch auf dem Subway-Best of „Die Rose im Wasser“ zu hören ist, das ich besitze. Eine schöne Idee, das Lied auf diese Weise fortzusetzen.

Fazit: Ein insgesamt eher durchschnittliches Album mit einem Ausreißer nach unten („Tanz mit mir“) und zwei für mich persönlich ganz besonderen Stücken („Andro II“ und „Schrei es in die Winde“). Schlecht ist es definitiv nicht und spielt – da „handmade“ und mit Herzblut gespielt – natürlich in einer völlig anderen Liga als der „übliche“ Pop/ Schlager, aber ein würdiger Nachfolger für „Eden“ ist es leider auch nicht. Da heißt es abwarten, wohin die Faune ihre musikalische Reise als nächstes führen wird.


Auf ein Neues!

1. Januar 2013

Ich wünsche euch allen ein glückliches und erfolgreiches neues Jahr 2013!

Für mich dieses Jahr ein Muss, während ich mir das Silvesterfeuerwerk angesehen habe (selbst geknallt wird nicht, ich ziehe den Fenster-Logenplatz vor):

I ♥ Handel! Egal, ob man Händel jetzt als Engländer betrachtet (aus Sicht der Engländer) oder als Deutschen (aus Sicht der Deutschen). 😉 Die von Jordi Savall dirigierte Fassung mit Barockinstrumenten gefällt mir besonders.

In den letzten Monaten habe ich wenig von mir hören lassen. Ich hatte ziemlich viel zu tun, da ich jetzt ein Doppelstudium mache und auch in meiner sonstigen Arbeit ziemlich eingebunden war.

Vorsatz fürs neue Jahr: Wieder mehr bloggen. 🙂


L.E.A.F. – Leaf

20. August 2012

Heute hielt ich die Debut-CD der niederländischen Pagan Folk-Band L.E.A.F. (Lark, Elk and Fable) in meinen Händen. Die Band besteht aus Kaat Geevers, der langjährigen Partnerin von Oliver Pade (Faun), sowie Chlor Bakker, Thomas Biesmeijer und Maryn Sies. Auf der CD sind außerdem die ehemaligen Mitglieder Fieke van den Hurk und Sophie Zaaijer zu hören. Kaat kannte ich schon von der CD „Folk Noir – Songs From Home Nr. 1“, die sie zusammen mit Oliver aufgenommen hatte; da war die Entscheidung zum Kauf von L.E.A.F. unschwer getroffen.

Das Album Leaf ist im Juli 2012 erschienen und umfasst die sechs Titel „Under Nymånen“, „Fjarilar“, „Wind and Tree“, „Frühlingstanz“, „Bundet“ und „Winter“. Außerdem enthält es ein Booklet mit Texten, persönlichen Informationen der Band zu den einzelnen Stücken und Artwork von Fieke. Ihr Designstudio Orchus hatte auch schon für das wunderschöne Artwork zur Faun-CD „Eden“ verantwortlich gezeichnet.

Die Mini-CD „Leaf“ dauert zwar nur knapp 30 Minuten, kann mich aber trotz dieser Kürze vollkommen überzeugen. Für mich ist es das Pagan Folk-Album des Sommers, genau wie es „Eden“ von Faun im letzten Jahr war. Tatsächlich erinnert es mich klanglich streckenweise an den Stil der Faune – was in Anbetracht dessen, wie gut sich Kaat und Oliver kennen, auch nicht verwunderlich ist. Außerdem geht der Einfluss mit Sicherheit nicht einseitig von Oliver aus, sondern ist wechselseitig. Was mich betrifft, kann es sowieso nie genug melodischen Pagan Folk mit vielen nicht-verstärkten Instrumenten und einer Mischung traditioneller und eigener Kompositionen und Texte geben. Und, noch einmal: Die Musik von L.E.A.F. ist einfach wunderschön.

Leaf

Das erste Lied, Under Nymånen, basiert auf dem Gedicht „Flickan under nymånen“ des schwedischen Schriftstellers und Literaturkritikers Bo Bergman (1869-1967), das Kaat leicht umarrangiert hat. Es handelt von einem Mädchen, das den Mond anruft, damit sie (kein Fehler, der Mond ist hier weiblich) einen Sturm heraufbeschwört, um den Liebsten des Mädchens zurückzubringen. Der Text und eine Übersetzung finden sich auf der Homepage von Leaf. Der Song wird vor allem vom Kaats schöner Stimme getragen und hat auch eine sehr schöne Geigenpassage.

Darauf folgt Fjarilar, das ebenfalls auf einem Text von Bo Bergman basiert. Hier handelt der relativ kurze, nur am Anfang des Liedes zu hörende Text vom Gegensatz zwischen (noch) unberührter Natur und Umweltverschmutzung durch rauchende Fabrikschlote. Neben der rhythmischen Melodie sind im Hintergrund auch immer wieder Naturgeräusche zu hören.

Wind and Tree beschreibt den Gegensatz zwischen männlicher und weiblicher Kraft. Die weibliche Kraft wird hier vom erdverwurzelten Baum repräsentiert, die männliche durch den Wind, der zwar die Blätter und Zweige des Baums bewegen kann, aber immer weiter fort muss. (N.B. Ich finde diese Metaphern ja sehr poetisch, aber eben auch verdammt konservativ-traditionell. Nicht, dass ich das L.E.A.F. in irgendeiner Weise vorwerfen würde, aber ich bin bei solchen Texten immer etwas zerrissen zwischen der Bewunderung für das schöne Bild und dem rationalen Hinterfragen desselben.) Die Melodie ist rhythmisch-flott, der Gesang wunderschön und der englische Text poetisch. Dem Booklet zufolge geht er wieder auf Bo Bergman zurück.

Das Instrumentalstück Frühlingstanz wirkt leicht, fröhlich und (spät-) frühlingshaft.

Laut dem Booklet ist Bundet der bisher experimentellste Song von L.E.A.F., der auf das Lied „Trøllabundin“ der färöischen Sängerin und Komponistin Eivør Pálsdóttir (* 1983) zurückgeht. Der Titel bedeutet so viel wie „Verzaubert“ (… und dies ist wieder mal ein Fall, in dem die deutsche Sprache in Bezug auf die Übersetzung nordischer Sprachen unzulänglicher ist als die englische, die mit „spellbound“ zumindest ein Fast-Äquivalent zu verzeichnen hat). Für ihr Album haben L.E.A.F. Maria Franz, die norwegische Sängerin der Band Euzen, gebeten, „Trøllabundin“ in einen alten norwegischen Dialekt zu übersetzen.
Die Vocals für „Bundet“ wurden mit einem Halleffekt unterlegt, wodurch sie fast zu schweben scheinen. Außerdem finde ich, dass es durch Hall bei ruhigerer Musik häufig so wirkt, als habe man nicht im Tonstudio, sondern einer Kirche oder einem anderen hohen Raum aufgenommen. Was im Gegensatz zum Original besonders auffällt, ist die deutlich stärkere Instrumentierung, die der Adaption eine völlig andere Struktur verleiht als dem Original. Auf jeden Fall sind beide Versionen sehr, sehr schön.

Seinen würdigen Abschluss findet das Album mit dem Instrumentalstück Winter, zu dessen melancholischer Melodie Kaat dem Booklet zufolge während des rauen Winters im Jahr 2007 inspiriert wurde, als sie allein auf ihrer Nyckelharpa spielte. Nach den eher frühlingshaft-sommerlichen übrigen Stücken endet „Leaf“ damit in der düsteren und kalten Jahreszeit.

Und wer danach nicht den Replay-Button drückt, ist selbst schuld. 😉

Eine schöne Rezension gibt es auf der Webseite des UnArt-Magazins.
Erhältlich ist das Album wohl am einfachsten im Miroque-Onlineshop.


Xandria – Neverworld’s End: Nightwish mit Tarja reloaded?

26. Februar 2012

Seit Freitag ist die neue CD von Xandria in Deutschland erhältlich. Sie heißt „Neverworld’s End“ und selten war ich in der Bewertung einer CD so zwiegespalten wie diesmal.

Tracklist:
01. A Prophecy Of Worlds To Fall (7:23) / 02. Valentine (4:11) / 03. Forevermore (4:59) / 04. Euphoria (4:30) / 05. Blood On My Hands (4:17) / 06. Soulcrusher (6:11) / 07. The Dream Is Still Alive (4:23) / 08. The Lost Elysion (5:26) / 09. Call Of The Wind (4:52) / 10. A Thousand Letters (4:18) / 11. Cursed (4:10) / 12. The Nomad’s Crown (9:02)

Line-up: Philip Restemeier (Gitarre), Marco Heubaum (Gitarre), Manuela Kraller (Gesang), Nils Middelhauve (Bass), Gerit Lamm (Schlagzeug)

Der Grund für diese Zwiegespaltenheit ist sofort zu erkennen, wenn man Bandnamen und Albumtitel in eine Suchmaschine eingibt, um nach CD-Reviews zu suchen: Auf „Neverworld’s End“ klingen Xandria nach Nightwish. Und das ist keiner der üblichen nervigen Vergleiche à la: „Xandria machen Symphonic Metal und haben eine weibliche Sängerin, die mit klassischer Stimme singt. Nightwish sind die bekannteste Symphonic Metal Band und hatten bis 2005 mit Tarja Turunen eine klassisch ausgebildete Sängerin. Also klingen Xandria nach Nightwish.“ Nein. Katharina Beck hat völlig recht, wenn sie in ihrer Rezension auf metal.de schreibt, „dass hier nicht bloß der Stil der Band imitiert, sondern tatsächlich eine vollständige Kopie geschaffen wurde, die dem Original in allen Bestandteilen so zum Verwechseln ähnlich ist, dass man es einfach kaum glauben kann“: Das Songwriting von Marco Heubaum erinnert an Tuomas Holopainens Songs für Nightwish, und die Stimme der Sängerin Manuela Kraller sehr an Tarjas.

Einige Rezensionen, z.B. auf Amboss-Mag.de oder metal-inside.de, weisen darauf hin, dass Xandria damit eine Lücke schließen können, die Nightwishs Trennung von Tarja gerissen hat. Andere Rezensenten, z.B. Jens Gellner von My Revelations, warnen eher vor den Gefahren dadurch, dass Xandria ihre eigenen Entwicklungsmöglichkeiten begrenzen, wenn sie sich so sehr an den früheren Stil einer anderen Band anlehnen.

Um es kurz zu machen: Meine Lieblingsalben von Nightwish mit Tarja sind „Wishmaster“ und „Century Child“, also genau die Alben, deren Sound „Neverworld’s End“ am ähnlichsten ist. (Nightwish mit Annette mag ich aber auch sehr gerne und finde das neue Album „Imaginaerum“ fantastisch.) Das neue Album von Xandria klingt wirklich super, aber ich mochte auch die früheren Alben der Band – v.a. das vor „Neverworld’s End“, „Salomé – The Seventh Veil“.

Mein Eindruck wird vielleicht am besten von Carl F.s Rezension auf metalunderground.com ausgedrückt: „It is hard to listen to this release and fail to draw the obvious comparisons to Nightwish, especially since the style that once made Xandria a little more unique has now melted completely away in favor of a serious charge at the symphonic power metal crown.“

Sprich: ein zweifellos sehr gutes, professionell eingespieltes Album, das ich gerne und häufig hören werde – aber ein leicht bitterer Nachgeschmack bleibt für mich. Trotzdem: müsste ich eine Amazon-Bewertung abgeben, wären es wohl mindestens vier von fünf Sternen. Eher viereinhalb. Und sollte ich mal die Chance haben, Xandria mit Manuela Kraller in meiner Nähe live zu hören, würde ich das sehr gerne tun.

Xandria – Valentine

P.S.: Bei Baudelaires „Fleurs du Mal“ bin ich mittlerweile bei Gedicht 71 angelangt, „Une gravure fantastique“. Bis jetzt läuft’s also. 😉


Faun – Eden

10. Juli 2011

Am 24. Juni ist das neueste Album der Münchner Pagan Folk-Gruppe Faun erschienen. Es ist mit 72:12 Minuten das längste der Bandgeschichte und wird von einem 70-seitigen Booklet begleitet, das von diversen Künstlern gestaltet wurde und neben allen Liedtexten viele Hintergrundinformationen zu den einzelnen Liedern enthält. Thematisch geht es in allen Liedern des Konzeptalbums um den Garten Eden, den Faun von verschiedenen kulturellen, musikalischen und mythologischen Perspektiven her beleuchten.

Das Etikett „Pagan“, das Faun für ihre Musik selbst geschöpft haben, um ihre Naturverbundenheit auszudrücken, findet Oliver Pade mittlerweile problematisch, wie er der Musikzeitschrift „Sonic Seducer“ (Sonderedition Mittelalter-Musik 3, 01/2011) berichtete: „Einerseits sind wir von unserer Überzeugung sehr religiös und stehen auch dahinter, die Leute zum Nachdenken und Tiefergehen zu animieren. Andererseits wurde Pagan in den letzten Jahren auch oft als Aushängeschild für Sachen genommen, die ich nicht unbedingt vertreten kann. […] Es geht uns einfach nicht darum, möglichst viel Met zu trinken und ‚Sch*** Christen‘ zu rufen. Bei unserer letzten Akustiktour haben wir viel in Kirchen gespielt und ich muss gestehen, die besten Diskussionen, die ich seit langem geführt habe, waren mit Pfarrern. […] Mit dem Begriff Pagan werden teils eben auch Leute abgestoßen, die sehr interessant sind. Deshalb sind unsere Wurzeln und unsere Denkweise aber immer noch völlig mit der Natur verbunden.“

Tracklist: 1. Lupercalia (3:15) | 
2. Zeitgeist (4:01) | 
3. Iduna (3:19) | 
4. The Butterfly (1:33) | 
5. Adam Lay Ybounden (4:35) | 
6. Hymn to Pan (6:54)
 | 7. Pearl (5:04) | 
8. Oyneng Yar (5:31)
 | 9. Polska Från Larsson (4:35)
 | 10. Alba (7:15)
 | 11. Ynis Avalach (5:06) | 
12. Arcadia (7:14)
 | 13. The Market Song (5:50) | 
14. Golden Apples (7:34)

Mit Lupercalia haben Faun einen Text aus Ovids „Fasti“ vertont, in dem der Dichter diverse römische Feste beschreibt. (Es sind allerdings nur die Monate Januar bis Juni enthalten, da Ovid nach seiner Verbannung keinen Zugriff auf die römischen Bibliotheken und wohl auch keine Motivation mehr hatte, das Werk fertigzuschreiben.) Der Gedichtausschnitt, den Faun gewählt haben, handelt von einem Fest zu Ehren der Juno und des Faunes Lupercus (= griechisch Pan). Das Lied klingt mystisch, unterstützt durch den Chor der Mediæval Bæbes und die immer schnellere Wiederholung der Textzeilen „Ipse Deus nudus nudos iubet ire ministros“ („Der nackte Gott [Lupercus] befiehlt seinen Dienern, nackt zu gehen“).

Zeitgeist beschäftigt sich mit der Verbindung zur Natur, die vielen Menschen in unserer „modernen Zeit“ verloren gegangen zu sein scheint. Es vermittelt die Einsicht, dass wir, die Menschen, ja auch Teil der Natur sind. In einem mitreißenden Instrumentalteil setzt ein gesprochener Text auf Englisch ein: „you’re not in a fight against nature, […] there’s nothing to conquer, it’s all of you“.

Ähnlich mitreißend geht es mit Iduna weiter, das von der nordischen Göttin Iðunn („die Verjüngende“) handelt – der Göttin der ewigen Jugend und Hüterin der goldenen Äpfel, die den Göttern Unsterblichkeit verleihen. Der vertonte Textauszug entstammt dem „Hrafnagaldr Óðins“ („Odins Raben-Zauberspruch“), einem isländischen Gedicht im Stil der Lieder-Edda.

The Butterfly ist ein Arrangement des irischen Instrumentalstücks „The Butterfly Jig“. Im Booklet berichtet Oli, dass er beim Spielen des Stücks tatsächlich einmal einen schwarzen Schmetterling in seinem Zimmer entdeckt hat.

Das Instrumetalstück geht nahtlos in das mittelenglische Gedicht Adam lay ybounden über, das aus dem Sloane Manuscript 2593 (15. Jahrhundert) stammt, selbst aber wohl noch älter ist. Es steht in der Tradition der „Felix Culpa“ („Glückselige Schuld“) nach Thomas von Aquin (Summa Theologica III), der zufolge die Erlösung durch Christus erst dadurch ermöglicht wurde, dass Adam den Apfel genommen und damit die Erbsünde auf sich geladen hat. Das Lied ist eines meiner Favoriten auf der CD – nicht nur wegen des mitreißenden Folk-Rhythmus und des schönen Zusammenspiels der männlichen und weiblichen Stimmen, sondern auch – ich gebe es ja zu – wegen meines persönlichen Mittelenglisch-Faibles.

Hymn to Pan verbindet zwei Texte miteinander: eine Anrufung an den griechischen Hirtengott Pan von den beiden amerikanischen Musikern Robert N. Taylor und Nicholas Tesluk, die Faun durch B’ee von der Band „In Gowan Ring“ kennen gelernt haben, und einen Auszug aus dem Gedicht „In the Forest“ von Oscar Wilde (1854-1900). Olis Gesang ist sehr ruhig; er verschmilzt mit Fionas Hintergrundgesang und der verspielteren Melodie zu einer Einheit, die in mir das Bild eines Sommerabends nach einem heißen Tag entstehen lässt. (Überhaupt ist das Album sehr sommerlich geraten – als hätten die Faune nicht nur den Veröffentlichungstermin des Albums bewusst in den Sommer gelegt, sondern auch das derzeitige Sommerwetter bestellt.)

Mit Pearl haben Faun einen Auszug aus dem Gedicht „And Then No More“ des irischen Dichters James Clarence Mangan (1803-1849) vertont. Darin wird eine unerfüllte Liebe u.a. als „Eden’s light on Earth“ beschrieben. Das orientalisch klingende, verträumt wirkende Lied geht in einen fremdsprachigen Text über, der sich leider nicht im Booklet findet.

Oyneng Yar ist ein osmanisches Volkslied, das von Jungen und Mädchen erzählt, die in einem paradiesischen Garten gemeinsam spielen. Die Melodie ist mitreißend-stampfend; darüber liegt eine verspielte, schnelle Flötenmelodie. Erstaunlicherweise klingt „Oyneng Yar“ weniger „orientalisch“ als „Pearl“, dafür „erhabener“ und auch fröhlicher.

Darauf folgt Polska Från Larsson, eine schöne, verspielte, frühlingshafte Polka.

Das nächste Lied trägt mit Alba den Namen mittelalterlicher Tagelieder, die in den romanischen Sprachen nach der „Weiße“ des Morgengrauens (okzitanisch „Alba“) benannt wurden, in der sich die Liebenden trennen müssen. Die Melodie ist sehr ruhig bis mystisch; einen besonderen Akzent setzt das Cello des Gastmusikers Adam Hurst im Refrain „Lauf nicht davon, ich kann den Morgen sehen. Wir liefen weit, nun lassen wir den Winter ziehen.“ Das Lied ist melancholisch, doch im Gegensatz zu den „obligatorischen“ Trennungen der Tagelieder bleiben hier die Liebenden beisammen – trotz der „viel zu großen Welt“, in der sie leben.

Ynis Avalach ist nach der keltischen Anderswelt Avalon benannt, der „Insel der Äpfel“. Ähnlich wie die Äpfel der Iduna sind diese Früchte auch hier ein Symbol für Unsterblichkeit. Die Melodie des Instrumentalstücks ist eine Bearbeitung eines bretonischen Liedes; es ist flott und mitreißend und gefällt mir wegen seiner sommerlich-fröhlichen Stimmung sehr gut. Gegen Ende hin setzen die Instrumente aus, bis zuletzt nur noch die Flöte spielt und langsam verhallt.

Arcadia, das darauffolgende Lied, kombiniert wieder zwei unterschiedliche Texte: das finnische Volkslied „Metsän kuninkaalle“ und einen Auszug aus Oscar Wildes Gedicht „Pan“. Beide Texte haben gemeinsam, dass in ihnen der Herrscher der Wälder um Beistand angerufen wird: im finnischen Lied für eine erfolgreiche Jagd, in Wildes Gedicht durch den Glauben an die Beseeltheit der Natur (Animismus) angesichts einer scheinbar naturfernen modernen Welt. Der Liedtitel geht auf Arkadien zurück, eine Region im antiken Griechenland, deren Bewohner größtenteils als Hirtenvolk lebten und die zu einer Idylle verklärt wurde, in der die Menschen im Einklang mit der Natur lebten. Das Lied ist mitreißend und gefällt mir auch deshalb sehr gut, da ich sowieso eine Schwäche für die finnische Sprache habe.

The Market Song kombiniert eigene Texte Fauns mit dem englischen Volkslied „Copshawholme Fair“ über den Markt in Copshawholme (Cumberland / Nordengland). Es klingt in der Instrumentierung von Faun verträumter und ist filigraner instrumentiert als „unbearbeitete“ englische Volkslieder. Faun möchten das Lied den Veranstaltern und Helfern widmen, die ihre Auftritte bei den diversen Konzerten und Festivals möglich gemacht haben.

Einen würdigen Abschluss findet das Album schließlich in Golden Apples, das mit Vogelgezwitscher beginnt und dann in ein ruhig-verträumtes nordenglisches Wiegenlied übergeht. Schließlich spricht Mark Lewis einige Verse des persischen Mystikers Rumi, die ausdrücken, dass wir das Paradies nicht in der Ferne, sondern in uns selbst suchen sollten.

Faun - von links nach rechts: Rüdiger Maul, Fiona Rüggeberg, Oliver Pade (s. Tyr), Margareta (Rairda) Eibl, Niel Mitra

„Eden“ ist für mich das bisher beste Album von Faun – es schlägt sogar meinen langjährigen Favoriten „Licht“ (2003) mit meinem altisländischen Lieblingslied „Egil Saga“. Selten waren die faunischen Lieder so mystisch-verträumt, so filigran instrumentiert und dabei gleichzeitig so mitreißend wie auf dieser CD. Darüber hinaus wird mit den Liedtexten und vielen Hintergrundinformationen in dem 70 Seiten starken, kunstvoll gestalteten Booklet wieder eine Menge Fanservice geboten. Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass im Gegensatz zum „Buch der Balladen“ diesmal keine Noten enthalten sind. Auch die Papphülle, in der sich die CD befindet, ist wegen der Gefahr des Zerkratzens, die von ihr ausgeht, nicht ganz ideal. Angesichts der wunderschönen, sommerlichen Musik und des schönen Booklets verblassen aber auch diese beiden kleinen Kritikpunkte.

Endlich einmal wieder ein Album, in das ich mich auf Anhieb verliebt habe!


Vorfreude: Leaves‘ Eyes – Meredead und Melusine

15. April 2011

Warum erscheinen eigentlich CDs meiner Lieblingsband vorzugsweise alle im selben Monat? Diesmal sogar drei am selben Tag (22. April): „The Metamorphosis Melody“ von Midnattsol, „All Beauty Must Die“ von Krypteria (bereits jetzt schon hoch gelobt) und eben „Meredead“ von Leaves‘ Eyes. (Der Albumtitel „Meredead“ ist laut Leaves‘ Eyes-Newsletter vom Januar ein Fantasieword von Sängerin Liv Kristine und soll so etwas wie „tot an/in der See“ oder „die todbringende See“ bedeuten.)

Ich freue mich auf alle drei Alben sehr. Besonders gespannt bin ich allerdings darauf, wie sich die Stimme von Carmen, der Sängerin von Midnattsol, in den letzten Jahren weiterentwickelt hat: Vom ersten Album „Where Twilight Dwells“ zum zweiten, „Nordlys“, war es geradezu ein Quantensprung.

Das schönste Artwork der drei CDs ist meiner Meinung nach das von „Meredead“; es stammt von Stefan Heilemann. Ich mag Blautöne!

Die Songs darauf werden u.a. auf Altenglisch, Livs Muttersprache Norwegisch und (natürlich) auf Neuenglisch sein.

Tracklist: 01. Spirits‘ Masquerade / 02. Étaín / 03. Velvet Heart / 04. Kråkevisa / 05. To France (Mike Oldfield Cover, im Original gesungen von Maggie Reilly) / 06. Meredead / 07. Sigrlinn / 08. Mine Tåror er ei Grimme / 09. Empty Horizon / 10. Veritas / 11. Nystev / 12. Tell-Tale Eyes / 13. Sorhleod (Bonus Track)

Außerdem wird am 19. April die Leaves‘ Eyes-EP „Melusine“ exklusiv als Beilage der Musikzeitschrift „Sonic Seducer“ 05/2011 erscheinen.

Tracklist: 01. Melusine (exklusiver Non-Album-Track) / 2. To France (Sonic Mix) / 3. Tell Tale Eyes (Alternate Version) / 4. The Battle Of Maldon (Remastered) / 5. Legend Land (Acoustic Version)

Remixe sind eigentlich nicht so sehr meine Sache, aber auf dieser EP scheint es nur einen einzigen zu geben (nämlich „To France“). Neben dem Non-Album-Track „Melusine“ bin ich vor allem auf die Akustik-Version eines meiner Lieblingslieder, „Legend Land“, und auf die Remastered Version von „The Battle of Maldon“ gespannt. („Sonic Seducer“ kaufe ich mir vielleicht einmal im Jahr, weil darin v.a. Gothic-Bands aus der „elektronischen“ Szene vorgestellt werden, auch hauptsächlich auf den Beilage-CDs vertreten sind, und ich nicht so auf elektronische Musik stehe. Aber ich bin halt ein Leaves‘ Eyes-Fangirl… Aßerdem gibt’s in der Ausgabe 05/2011 u.a. auch Interviews & Stories mit Krypteria, Midnattsol, Loreena McKennitt, Schandmaul und natürlich Leaves‘ Eyes. ;))

Ja, und  das Mike Oldfield-Cover „To France“ kann man sich schon jetzt auf dem Kanal des Plattenlabels Napalm Records, bei dem Leaves‘ Eyes unter Vertrag sind, anhören:


Waterloo

21. November 2010

Heute bin ich in einem Übersetzungstext aus dem Englischen mal wieder über Waterloo gestolpert.

Waterloo – manchmal frage ich mich, ob die wallonische Gemeinde wirklich wegen der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) so bekannt ist, die die endgültigen Niederlage Napoleons gegen die Engländer (General Wellington) und die Preußen (Feldmarschall Blücher) bedeutete – oder doch eher wegen des gleichnamigen ABBA-Songs, der eine Liebesbeziehung mit besagter verlorener Schlacht vergleicht, als Symbol für eine vernichtende Niederlage.

Und nein – man spricht den Namen der Stadt nicht englisch aus. Das „W“ wird zwar wie im Englischen ausgesprochen, etwa wie das „w“ in „wish“ oder „will“. Das „r“ dagegen wird gerollt (es ist „rhotisch“, sagen die Sprachwissenschaftler). Ansonsten spricht man den Namen genauso aus wie im Deutschen.

Die englische Aussprache von „Waterloo“ weckt bei mir dagegen ganz andere Assoziationen… Jemand, den ich kenne, singt entsprechend beim Refrain des ABBA-Songs auch immer „Wa-wa-wa-wa-wa- Wasserklo“ (water = Wasser, loo = Klo)… 😉

Diesen Witz konnte ich mir nun wirklich nicht verkneifen, angesichts des Welttoilettentags, der vor Kurzem wieder stattgefunden hat – Theomix hat darauf hingewiesen. Eine Entschuldigung an die Bewohner von Waterloo – es ist nicht beleidigend gemeint, sondern einfach nur witzig – und an alle ABBA-Fans, zu denen ich übrigens auch selbst gehöre.


Konzert: Eric Fish

11. November 2010

Hiermit endet hoffentlich meine nicht ganz freiwillige einmonatige Blog-Abstinenz. Sorry. Ich hatte letzten Monat wohl zu viel um die Ohren, aber jetzt geht es wieder.

Letzte Woche war ich zusammen mit einer Freundin auf einem Eric Fish-Konzert. Eric Fish ist Sänger und Musiker der Folk-/Metal-Band Subway to Sally. Ich kenne zwar einige Lieder von „Subway to Sally“, hatte mich bisher aber kaum mit Eric Fishs Soloprojekt „Eric Fish & Friends“ beschäftigt. Wenn mich besagte Freundin nicht eingeladen hätte, hätte ich also ein super schönes Akustikkonzert verpasst!

Besonders hat mir der Cellist gefallen, der sich „B.Deutung“ nennt und seit dem aktuellen Album „Alles im Fluss“ auf den Alben der Band zu hören ist. Seit ich Apocalyptica kenne, weiß ich zwar, dass mit diesem Instrument so gut wie nichts unmöglich ist, aber dass jemand das Cello tatsächlich auch mal hält wie eine Gitarre und mit einem Plektron anschlägt, habe ich auch noch nie gesehen.
Ja, ich wusste, dass das prinzipiell möglich ist – die Saiten verstimmen sich halt schneller als bei einer Gitarre – und dass ein paar Bands E-Celli statt E-Bässen verwenden. Aber ich finde es trotzdem immer wieder toll, wie vielseitig sich dieses Instrument verwenden lässt. Und mein eigenes Cello liebe ich sowieso! 😉


Was unwahrscheinlich war: Valentine

8. Oktober 2010

Valentine Promo-FotoEben bin ich über diese Nachricht gestolpert: „Valentine Romanski veröffentlicht am 15. Oktober 2010 ihre neueste Single ‚Black Sheep‘ und am 29. Oktober ihr drittes Album ‚Love Like Gold'“.

„Wer ist Valentine?“, werdet ihr euch nun vielleicht fragen. „Muss man die kennen?“

Nein, muss man nicht. Aber trotzdem, hier ist die Antwort: Valentine ist eine Berliner Popmusikerin, die Ende Mai 2005 ihre erste Single „Feel So Bad“ veröffentlicht hat. Sie wurde in vielen Musikkritiken gelobt und ist auch mal bei Stefan Raab aufgetreten. So wurde auch ich auf sie aufmerksam – was eigentlich ziemlich unwahrscheinlich war, denn ich sehe mir keine Sendungen mit Stefan Raab an. (Einmal abgesehen vom „Bundesvision Song Contest“ 2008, bei dem die Mittelalter/Folk/Metal-Band Subway to Sally für das Bundesland Brandenburg mit „Auf Kiel“ aufgetreten ist und verdient auf den ersten Platz gewählt wurde.) Aber auf irgendeiner Internetseite bin ich dann doch auf einen Link gestoßen, der Valentines Auftritt zeigte.

„Feel So Bad“ ist eine schöne, ruhige Ballade, die von Valentines Stimme und der Pianobegleitung lebt. Sie gefiel mir, also habe ich mir die gleichnamige Single gekauft. Diese enthält neben einer Radio-Version auch eine Demo von „Feel so Bad“, auf der nur Valentine zu hören ist, wie sie singt und sich selbst auf dem Klavier begleitet. Die Demo-Version von „Feel So Bad“ ist – soweit ich ihre Lieder kenne – Valentines schönster Song. Außerdem ist auf der Single das Lied „Sad“ zu hören, das in eine ähnliche Richtung geht wie „Feel So Bad“. Die Texte finde ich zwar nicht so gut, obwohl sie offenbar reale Erlebnisse Valentines verarbeiten, aber für eine Single, die etwas mehr als 12 Minuten dauert, reicht es mir, „nur“ hübsche Musik geboten zu bekommen. (Die Single müsste es übrigens noch als mp3-Download bei diversen Internet-Musikshops geben.)

Nachdem ich die Demo-Version nicht gefunden habe, kann man sich hier die Single-Version von „Feel So Bad“ anhören:

Die Meinungen zu Valentines ersten Album „Ocean Full of Tears“ (2005) waren dann allerdings eher negativ. Ich habe reingehört und hatte auch den Eindruck, dass Valentines Stimme durch eine unzureichend abgestimmte Instrumentierung leider meistens untergeht. Als Pop-Album ist es sicher ganz in Ordnung, aber auf mich wirkte „Ocean Full of Tears“ dahinplätschernd: eine hübsche Stimme, zugedeckt von Streichern und Schlagzeug. Damals habe ich zwar noch keinen Metal gehört, aber meine Ansprüche waren doch höher als das. Und „Emo-Musik“ fand und finde ich in den meisten Fällen entweder langweilig oder nervend.

Valentine veröffentlichte danach noch drei Singles und ein weiteres Album, „Blue Merry-Go-Round“ (2006), das jedoch nicht mehr an den relativen Erfolg von „Feel So Bad“ und „Ocean Full of Tears“ anknüpfen konnte. Es war still um sie geworden.

Aber kehren wir zurück ins Heute: Wer möchte, kann sich mit diesem offiziellen Link *klick* ein Live-Video und den Anfang eines Videoclips mit der Acoustic-Version von Valentines neuer Single „Black Sheep“ anhören. Wobei ich von der Live-Version abraten würde. Die Acoustic-Version ist aber hübsch, und das Video dazu ist schön gemacht, obwohl es vom Artwork her doch an Avril Lavignes „Alice“ erinnert. (Auch so ein Song, von dem ich nie erfahren hätte, wenn ich nicht Alan Rickman als Raupe in Tim Burtons „Alice in Wonderland“ hätte sehen wollen… xD)

Ich hoffe, dass es auf Valentines künftige Singles auch ein paar Acoustic-Versionen schaffen werden. Davon abgesehen ist ihre Musik für mich leider uninteressant.